Away From Life

“Punk-Rock ist unsere Droge, Bier und Spaß und wenig Kohle.”

 

Der Refrain aus den Lied S.D.P.R.S. bedient zu ziemliches jedes Klischee des Punk-Rocks, ist aber denoch bei mir hängen geblieben. Schön eingängiger Song mit Hitfaktor. Für was die Abkürzung S.D.P.R.S. steht bin ich, trotz längerer Überlegung, nicht darauf gekommen. Leicht verwundert bin ich zudem von den EP-Titel  “Super Duper Punk”. Na gut! Ansonten spielen die drei Dresdner Jungs solide ihre Songs herunter. Dabei gibt es eigentlich keine wirkliche Ausfälle, aber es fehlt mir meistens doch das gewisse Etwas, um mich vollends zu überzeugen. Mir werden im Laufe der 9 Songs, wie bereits zu Beginn beschrieben, zu viele Stereotypen bedient. Dennoch haben Songs wie “Brauner Mob” und “Frei und Wild” natürlich die richtige Aussage! Am Artwork und der Produktion gibt es wenig zu kritisieren, Schön gemacht! Wer auf Deutschpunk mit leichter Oi-Kante steht macht bei Brainless RnP (ha! RnP – Rock’n’Punk!) nichts falsch. Die CD kann auf Konzerten von der 2010 gegründeten Band, oder in dessen Onlineshop erworben werden. Die Jungs um den sympathischen Frontmann Robert sind auf den richtigen Weg!

 

Anspieltipp: S.D.P.R.S.

 

Genre: Deutschpunk, Oi-Punk
Für Fans von: Troopers, Toxpack, …

Ox-Fanzine #112 (Februar/März 2014)

„Es geht um Sex und Gewalt und manchmal Alkohol. Es geht um Nazis und Partys ...“, so singen es BRAINLESS in ihrem Opener „Neues Lied“. Klingt nach perfekten Zutaten für einer „Super Duper Punk EP“. Leider können BRAINLESS diese Ankündigung, zumindest auf dieser EP, nicht in die Tat umsetzen.

Es geht um Nazis, das stimmt, jedoch stehen in den weiteren Titeln eher andere Themen als die zuvor genannten im Mittelpunkt. Somit können „Super“ und „Duper“ schon einmal gestrichen werden.

Bleiben noch „Punk“ und „EP“. Unbestritten handelt es sich um eine Punkband, da die Titel druckvoll und in schnellem Tempo gespielt werden. Teilweise auch durchaus melodisch, jedoch sehr einfach gehalten und schnörkellos.

Was am Ende übrig bleibt, ist eine einfache Punk-EP. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

UglyPunk

[...]

Gleich der erste Song zeigt wo’s langgeht. Und zwar mit ungehobeltem 3-Akkord-Punkrock mit Oi!-Einschlag, der ziemlich simpel gestrickt ist und wahrlich kein Innovationswunder darstellt. Dazu gibt es – auf den ersten Blick – banale, unpolitische Texte. Auf den zweiten Blick bemerkt man aber immer mal wieder, wie süffisant-humoristisch Szeneklischees auf’s Korn genommen werden. Diese werden aber nicht verteufelt, sondern auch selbst ausgelebt. Allerdings grenzt man sich im Song ‘Brauner Mob’ auch deutlich von der Nazibrut ab und in ‘Frei und Wild’ wird deutlich gesagt, was man von völkisch-nationalen Kommerz-Bands hält. Als Bonustrack gibt es dann nocheine Coverversion (natürlich mit anderem Text) einer mehr als dubiosen Band zu hören. Irgendwie kann ich das nicht wirklich verstehen. Auch bei Bands wie PFLANZER oder NORDWAND, die ja gewiss ebenso nichts mit diesem schäbigen Gedankengut am Hut haben, bin ich so manches Mal am Grübeln. Denn bei mir kommt dies nicht immer als Satire an, sondern auch als eine politisch korrekte Lösung, mal auf einen Fascho-Beat abhotten zu dürfen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Abgrenzung zu den rechten Vögeln ist textlich ja nicht zu überhören, aber ab und an hinterlässt das bei mir, auch wenn es sich in diesem Falle gerade mal um eine Minute handelt, schon ein seltsames Magengrummeln. Schlussendlich muss das aber jeder für sich entscheiden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Scheibe dem Titel nicht ganz gerecht wird. Wenn man die Songs so anhört, erkennt man aber auch darin das Augenzwinkern und den Hinweis, dass man nicht immer alles zu ernst nehmen und auch mal Fünfe grade sein lassen sollte. Und das ist doch sehr sympathisch. Auch wenn der bodenständige Punkrock nichts wirklich Neues bietet, wird man dennoch eine knappe halbe Stunde lang mit einem Sound beschallt, der durchaus verträglich ist.

The Pit

[...]

Bevor es aber mit Die Skeptiker „Aufsteh’n“ heißt, betritt die erste Band des Abends die Bühne: Brainless sind am Zuge und dies ist nach eigenen Angaben Rock und Punk aus dem Sachsenland. Die eigene Definition ist ebenso allumfassend, wie auch richtig.

 

Mit „Brainless“ starten die Dresdner und der eben noch so nervös umhertigernde Schlagzeuger Robert scheint sich auch das letzte Lampenfieber sofort von der Seele brüllen zu wollen. Diesen ersten „Aha“-Effekt bekommen zwar nicht allzu viele Besucher mit, da sich die meisten noch an der Theke aufhalten, die Anwesenden scheinen aber durchaus vom Einstieg angetan und lassen sich auf das erste Mitwippen ein. Erfreuen können sich die Zuschauer an einem hohen Spaßfaktor, der von der Band ausgeht. Ständig zwischen partymäßigem Frohsinn und schwarzen Humor pendelnd, zeigen die Sachsen allerdings deutlich mehr Niveau als es ihr Bandname hergibt. Nach „Nebel“ ist es eine extra Portion von Happiness, die in Form eines Eimers Konfetti umherschwebt und so mancher wartet tatsächlich auf ein romantisches Liebeslied, als sich Bassist HaZe auf dem Hocker zur Ruhe setzt. Die erwartete Ruhe ist allerdings nur Sekunden von Dauer und mit „Das Mädchen namens Rüdiger“ läuft die Punkmaschinerie wieder auf Volltouren.

 

Dass Brainless auch ganz anders können, beweisen sie mit „Brauner Mob“ und bringen hier einen Anti-Nazis-Song unters Publikum. Ähnlich ernst ist auch „Großer Bruder“, das sich dem Thema Spionage widmet. Eine Umfrage zum Thema Frei.Wild wird gestartet, bei der sich aber eine diskrete Zurückhaltung im weiten Rund breitmacht. Dafür wird der damit eingeläutete Song „Frei und wild“ umso besser aufgenommen.

 

So zackig und schnell ihre Lieder, so schnell ist auch das Konzert vorbei. Brainless bieten einen gelungenen Einstieg in den Abend. Dass ihnen keine noch größere Begeisterung entgegenschlägt, ist wohl vor allem dem Umstand geschuldet, dass Sänger und Schlagzeuger Robert am hinteren Bühnenrand fast nicht wahrnehmbar ist. [...] Schade für das Trio, welches sich durchaus zu verkaufen weiß.